aramsamsamandrea und das EKiZ Klagenfurt

by DieFrau
aramsamsamandrea

Seit September 1989 gibt es in Klagenfurt das Eltern-Kindzentrum, bekannt als EKiZ und begleitet seitdem viele Familien durch verschiedene Zeiten. Mit April 2014 übernimmt Andrea Cechak-Pötscher mit Liebe und vollstem Einsatz die Leitung. Für Klagenfurt mittlerweile eine wichtige Institution, kämpft der Verein um den Erhalt und stetige Weiterentwicklung. Von Stillgruppen, über Elterntreffen, Turn- und Waldgruppen, und noch viel mehr – Andrea und ihr Team sind für ihre Mitglieder da.  Aber was steckt alles hinter so einem Verein und welche Hürden hat es, mal abgesehen von Corona, gegeben? Wo würde das Eltern-Kindzentrum mehr Unterstützung brauchen und was sind die Anforderungen im Jetzt? Andrea, im Social Web auch als @aramsamsamandrea bekannt, gewährt uns Einblick in das Vereinsleben:

ekiz Klagenfurt

Die Hürden der Vergangenheit

Spätestens seit Corona wissen alle, das gewisse Hürden und Probleme für alle Reihen bereit stehen. Wenn man aber als mittlerweile dreifach Mama einen Verein, wie das EKiZ übernimmt, erlebt man doch die eine oder andere besondere Herausforderung. Gleich zu Beginn war klar, dass das EKiZ vom Standort Leutschacherstraße ausziehen muss und schnell neue Vereinsräumlichkeiten gefunden werden müssen. Klingt leichter als es war.

Kinder sind leider nicht überall willkommen“

Der Anspruch an passende Räumlichkeiten war natürlich höher, da Parkplätze und Barrierefreiheit neben großen Spielräumen gebraucht wurden. Wenn die Miete dann aber zu hoch war, oder die Angst vor der Lärmentwicklung geäußert wurde, musste schnell weitergesucht werden. In der Troyerstrasse wurde dann Gott sei Dank die richtige Location gefunden und die großen Renovierungs- und Umbauarbeiten für die kleinen Gäste konnte starten.

ekiz innen

Ohne die ehrenamtliche Mithilfe der Mitglieder und vielen Unterstützer, wäre der Umbau nicht möglich gewesen“

Die finanzielle Förderung, die allerdings jedes Jahr neu bei Stadt und Land beantragt werden müssen, sind natürlich zweckgebunden für Miete und Gehälter. Da das EKiZ eine Non-Profit Organisation ist, dürfen keine Gewinne erzielt werden und der Großteil aller Tätigkeiten werden ehrenamtlich, mit viel Herz, gemacht. Ohne die Subventionen von Stadt und Land, könnte der Verein nicht auf diese Art und Weise arbeiten.

Eine Hürde, die auch in der Gesellschaft spürbar ist, ist die Fremdbetreuung. Gruppen und Treffen für Kinder ab 2/3 Jahre werden weniger, da sie durch Krabbelstube und Co. sozial ausgelastet sind und Eltern und Kinder auch Ruhepausen zuhause benötigen. Vor allem die Vormittagskurse werden durch die Erwerbstätigkeit der Eltern weniger besucht. Um für alle Eltern da zu sein, werden Vormittags- und Nachmittagskurse gestaltet. Nichts desto trotz kann das EKiZ einen großen Zulauf verzeichnen und eine Steigerung der Mitgliederzahlen. Für die Zukunft hat Andrea aber einige Ideen.

Beweggründe und die Motivation

Der Bedarf und die Notwendigkeit eines Eltern-Kindzentrums stehen außer Frage. Die Beweggründe für ihr persönliches Engagement hat Andrea aus ihrer eigenen Erfahrung mit dem EKiZ: Selbst als frischgebackene Mama war sie überfordert mit dem Mama-Business. Vor allem mit der Situation, dass alles anders war als in den gelesenen Büchern und Erzählungen. In den Begegnungen im EKiZ fand sie dann gleichgesinnte Mamis, denen es mindestens gleich ging und man somit nicht mehr alleine war.

Kärnten ist, wie wir wissen, ein Vereinsland und Andrea stammt aus einer Familie, die die Wichtigkeit von ehrenamtlicher Tätigkeit vorgelebt hat. Auch für die Vereinsobfrau ist es wichtig:

Etwas der Gesellschaft zurückgeben können“

Die Arbeit im EKiZ macht ihr wahnsinnig viel Spaß und sie kann ihre Kinder mit zur Arbeit nehmen. Die Work-Life-Balance ist somit gegeben. Mittlerweile sind ihre Kinder sozusagen im EKiZ groß geworden und es entstand eine tiefe Verbundenheit zum Verein. Die Belohnung für ihre Tätigkeit und die damit verbundene Motivation immer weiterzumachen, ist vor allem das Feedback der Eltern und die Unterstützung der Mitglieder und deren Familien.

Mütter aus der Isolation holen

Mit der Geburt eines Kindes verändert sich meist auch das soziale Umfeld der Erwachsenen. Oft bleibt die Mutter zuhause und während ihre Freundinnen in der Arbeit sind, Abends weggehen können, am Wochenende ausschlafen und ihren Tag nach ihren Wünschen weiterleben können, läuft es als Mutter eben anders. Andrea postuliert es mit

Mut zur Lücke in der Mutterschaft“

Die Elternschaft ist in real meist anders, als es Instagram und Co. vorgezeigt wird. Die super geschminkte, ausgeschlafene Mama, die 24/7 pädagogisch wertvoll agiert – ist und bleibt eine Idealisierung des Mutterbildes. Einfach in einer Runde offen darüber reden zu können, wie viele 6 jährige noch täglich ins Mama-Bett kriechen, wer noch länger seine Nachtwindel trägt und wen manchmal der Mamajob nervt, ist goldwert. „Man ist nicht allein“ – eine Botschaft, die schon unseren Müttern in diversen Stillgruppen geholfen hat.

Netzwerken ist das A und O

Hier netzwerken nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder. Andrea erzählt uns von ihrem „Eintauchen in den Mama-Kosmos“ und dass ihre damalige Eltern-Kind Gruppe heute noch regelmäßige Treffen macht. Mit Kindern und natürlich auch Abends, ohne Kinder versteht sich.

Es wird nicht nur ein Kind, sondern auch eine Mama geboren“

Im EKiZ ist die Unterstützung für Kinder und Eltern gegeben, um gemeinsam ein Setting zu erleben, welches das Kind normal im Kindergarten hat. Ein solches gemeinsam mit dem Kind zu erleben, ist eine schöne Stärkung für die Eltern-Kind-Bindung. Egal, ob musikalisch oder gemeinsam turnen, es sind lustige gemeinsame Erlebnisse und Momente für immer. Angebote gibt es im EKiZ Klagenfurt genügend, dafür wird gesorgt.

Die Zukunft startet heute

Für die EKiZ Zukunft steht in erster Linie natürlich der Erhalt der Institution am Plan. Da der Verein von den Subventionen abhängig ist, werden natürlich immer neue Angebote kreiert. Der Ausbau des Angebots für Kinder, von Volksschulalter aufwärts, möchte Andrea vorantreiben. Dafür gibt es schon viele Ideen und Möglichkeiten, die fixiert werden. Auch Alleinerzieher und Patchworkeltern sollen erreicht werden. Neben dem Papa-Samstag ist es für das EKiZ Klagenfurt auch sehr wichtig, die wichtige Rolle der Väter aufzuzeigen und zu unterstützen. Es ist ein Wandel in unserer Gesellschaft, da oft die Notwendigkeit zweier Gehälter gegeben ist, werden die Rollen und Aufgaben zwischen Mann und Frau aufgeteilt. Deshalb ist auch das Netzwerken zwischen den Papas ganz wichtig, die viel mit den Kindern zuhause sind und Dinge unternehmen.

Auf die Frage, welche Maßnahmen das Eltern-Kindzentrum unterstützen würde, wünscht sich die Obfrau mehr Medieninteresse. Auch die bisherigen Weiterbildungen mussten aus den privaten Taschen bezahlt werden. Das Angebot könnte breiter aufgestellt werden, wenn es hierfür Unterstützung gäbe.

Und natürlich weiterhin aktive Mamas und Papas. Andrea betont hier ganz stark

jedes Mitglied hat ein aktives Mitspracherecht!

Jeder wird gehört und jeder kann Ideen und Wünsche einbringen. Eine Tatsache, die in unserer Gesellschaft oftmals zu kurz kommt. Aber nicht im EKiZ – hier ist es ausdrücklich erwünscht!

Covid-19 und das EKiZ 2020

Covid-19 hat unser Leben im Griff, auch das EKiZ Klagenfurt hat sich sofort mit der Schließung des gesamten Angebotes eingebracht und dadurch natürlich riesige Umsatzeinbußen eingefahren. Auch der noch offene Subventionsantrag bereitet der Obfrau Sorgen. Sie und ihr Team stehen seit Beginn der Krise trotzdem im Einsatz: Mit Bastel- und Beschäftigungstipps oder auch mit telefonischen Gesprächen mit besorgten und überforderten Familien. Die Psychohygiene der Mitglieder und die gegenseitige Unterstützung durch die Krise, liegt der dreifach-Mama und ihrem Mann sehr am Herzen.

Natürlich müssen nun aktiv Alternativen gesucht werden, da die monatlichen Kosten weiterhin bestehen und der Verein aus sämtlichen Härtefallfonds herausfällt. Für Vereine gibt es nichts, außer man zählt zu einer Hilfsorganisation.

Man fühlt sich alleingelassen“

Seit Wochen wartet die Obfrau auf einen Rückruf der zuständigen Stelle und niemand weiß genau, wie und wann es weitergeht. Die Maskenpflicht bei Kleinkindern oder ähnliche Maßnahmen sind schwer umsetzbar. Die Unsicherheit ist auch bei den Eltern sehr groß und Anfragen gibt es genügend. Auf den Fahrplan von oben wird noch hart gewartet.

Aktiv fürs EKiZ

Um trotzdem Geld in die Kassen zu bringen, versuchen Andrea und ihr Team viele innovative Wege. Eines davon ist das Ausmalsackerl, welches man ab € 10,– Spende „kontaktlos“ bekommt. Eine ganz entzückende Idee, mit dem man den Verein unterstützen kann und die Kleinen freuen sich über das Ausmalen. Mitgliedschaften und Kursbeiträge für Herbst können auch im Voraus bezahlt werden. Gutscheine verschenken ist auch eine tolle Idee, um das EKiZ und auch die Familien zu unterstützen, damit sie kommende Kurse besuchen können.

Für alle lustigen, kreativen und innovativen Ideen, wie man die Zeit übertauchen könnte – freut sich das EKiZ Klagenfurt. Die Kontaktaufnahme geht über die Homepage, per Mail an hallo@ekiz-klagenfurt.at

Auch medial die Beiträge zu teilen und zu sagen, wie wichtig das Eltern-Kind Zentrum für die Stadt Klagenfurt ist, ist ein wesentlicher Beitrag, den jeder leisten kann!

123viele und das EKiZ Klagenfurt

Der Patchworkmann und ich durften in diesem Jahr mit den Patchwork- und Alleinerziehertreffen starten, um gemeinsam mit dem EKiZ diese Zielgruppe zu erreichen. Wir hoffen natürlich auch, dass wir bald wieder starten können!

Solche Krisen zeigen den Zusammenhalt und gerade Eltern wissen, wie wichtig Gemeinschaft und „sich kümmern“ ist. Danke für dieses offene Gespräch, liebe Andrea. Wir freuen uns schon auf viele weitere, hoffentlich persönliche, Treffen und Gespräche. Auch wir und unsere Kinder kennen das EKiZ als einen Ort des Zusammentreffens, Spaß haben und Netzwerken. Ein Hoch auf alle Eltern und Großeltern, die in dieser Zeit zusammenstehen und nach vorne schauen!

Links:

EKiZ Klagenfurt Homepage

aramsamsamandrea auf Instagram

 

ekiz

 

Zum Weiterlesen haben wir unsere Eindrücke zu den Patchwork- und Alleinerziehertreffen im EKiZ:

Alleinerzieher-/ Patchworktreff aus Sicht eines Mannes & Ex-Partner

Alleinerzieher- und Patchworktreff von der Frau

 

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